Übung: Wohnungsbrand - MIG

OEDING/Winterswijk. Auf Niederländisch heißt der Einsatzbefehl: "ge-bouwbrand woning" - mit dem Zusatz "mensenlevens in gevaar". Und genau diese Meldung kam zu Beginn des Übungsabends der Winterswijker Brandweer am Europark 16 um 20 Uhr herein.

Da hatten Einsatzleiter Manfred Sicking und seine Mitorganisatoren Jean Kastern, Mike Bednarz, Thomas Becker, Sebastian Rieswick und Jonas Köster vom Löschzug Oeding die Übungslage längst ausgetüftelt und akribisch vorbereitet. Zur Hand gingen ihnen sieben Mitglieder der Jugendfeuerwehr, die die Verletzten mimen sollten.

Schauplatz dieser Übung in der brütenden Abendhitze des Montags: der ehemalige Landhandel Fellerhoff an der Winterswijker Straße. "Ein ideales Übungsgelände", wie Manfred Sicking vermerkte, "Dieses Haus ist völlig verwinkelt und verbaut!" Zwei weitere "Kollegen" waren mit von der Partie: 40 Kilogramm schwere Puppen in Menschengröße hingen aus zwei Fenstern in den oberen Stockwerken und mussten geborgen werden.

Komplizierte Lage

Und die Lage, zu der die Brandweer Winterswijk mit Einsatzleiter Frank Kirkenir, Commandant Roland Lieverdink und mit drei Einsatzfahrzeugen und der Löschzug Oeding mit drei Löschfahrzeugen und einem Mannschaftsfahrzeug ausrückten, war kompliziert genug: Ein Bewohner des Landhandels, der sich ins Freie hatte retten können, berichtete von einer Explosion im Keller und Rauch im gesamten Treppenhaus.

Vermutlich sieben oder acht Personen seien noch im Haus, erfuhren die Mitglieder der Feuerwehr. Thema Nummer eins für die Oedinger: die Wasserversorgung. Da kam nur die Schlinge in Frage, und die Schlauchleitungen von Schürings Brücke aus lagen schnell, so dass die Männer von der Brandweer zügig von Haupt- und Seiteneingang ins Gebäude vordringen konnten.

Einsatz für Hubsteiger

Inzwischen war auch der Hubsteiger (Hoogweker) einsatzfähig. So konnte "Kollege Puppe" - zwar mit etwas verdrehten Gelenken, aber sonst unversehrt - aus dem Firstfenster geborgen werden. Die sieben "Verletzten" der Jugendfeuerwehr waren da auch bereits gerettet.

Danach hieß der Befehl: "Löschen des Hauses". Dabei bewies die Besatzung des Hubsteigers besondere Kreativität und verhalf den Mitgliedern der Jugendfeuerwehr zu einer erfrischenden und hoch willkommenen Dusche. Um 20.45 Uhr war Übungsende mit dem Funkspruch: "Feuer aus!". Dann hieß es für die Feuerwehrleute, zusammenzupacken und zurück zum Feuerwehrhaus am Woorteweg zur Nachbesprechung.

Quelle: Münsterlandzeitung.de