Neues LF20 für den Löschzug Oeding

OEDING. Freitagabend, 19.30 Uhr: Gespannte Ruhe am Feuerwehrgerätehaus Oeding, eine Fackelabordnung formiert sich, aus dem Hintergrund schallt es „Ein Hoch auf uns“. Ein Martinshorn bricht plötzlich die Spannung auf, das neue Fahrzeug „LF 20“ nimmt energisch eine Bodenwelle – ein Moment des Adrenalinschubs für die Besatzung, aber ganz sicher auch für alle Mitglieder des Löschzugs Oeding der Südlohner Feuerwehr.

Das Löschgruppenfahrzeug mit dem amtlichen Kennzeichen BOR-SU-491 ist offiziell überführt. Der stellvertretende Wehrführer Udo Bußkamp sowie Günter Kastern, Erwin Rotz und Pascal Kwak hatten die technische Abnahme in der Deutschland-Niederlassung des Herstellers Rosenbauer Österreich in Luckenwalde bei Berlin vorgenommen, Manfred Sicking, Jean Kastern, Norbert Schmittmann und Sebastian Rieswick waren als Multiplikatoren für die Einweisung am Standort Oeding nachgereist. Acht Mann – das ist auch die komplette Stärke einer Löschgruppe, die das moderne Fahrzeug plus Gruppenführer befördern kann. „Alle haben sich gerne die Zeit genommen, an der Übergabe teilzuhaben. Das zeigt schon, welche Bedeutung dieses neue Fahrzeug für die Zukunftsfähigkeit der Feuerwehr Südlohn und speziell des Löschzugs Oeding hat. Es ist wesentlicher Bestandteil unseres Fahrzeugkonzepts 2008, welches von Rat und Verwaltung nachhaltig mit gelebt wird“, so Bußkamp. Die Abnahme sei reibungslos verlaufen – es habe allein kleinere Beanstandungen gegeben, die vor Ort umgehend hätten behoben werden können. Deutlich länger hatte die Planungs- und Realisationsphase gedauert. Die Geduld zahlt sich aus: Jetzt konnte der Lohn für vier Jahre großen Engagements der Planungsgruppe und nachhaltige ehrenamtliche Arbeit der Kameraden in der Freiwilligen Feuerwehr eingefahren werden – nicht zuletzt zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde. Schwerpunktmäßig wird das maßgeschneiderte Fahrzeug in der direkten Brandbekämpfung und für kleinere technische Hilfeleistungen eingesetzt. 3000 Liter Löschwasser können transportiert werden, mit einer Löschpumpe 2000 Liter Löschwasser pro Minute ausgebracht werden. „Eine Besonderheit ist die so genannte Schaumzuführanlage. Dieses System setzt dem Löschwasser im Fahrzeug Schaum zu. So können wir künftig Brände noch effektiver bekämpfen“, erklärt Bußkamp. Ersetzt wird ein rund 30 Jahre altes Tanklöschfahrzeug. „Die Technik ist nicht zu vergleichen. Sie wird die Motivation unserer Kameraden weiter erhöhen. Die Begeisterung, die wir im Werk entwickelt haben, wird sich auf den gesamten Löschzug übertragen“, so Bußkamp. „Nur Mannschaft und Gerät im Verbund ergeben schließlich eine leistungsfähige Feuerwehr“, ergänzt Südlohns Wehrführer Leo Schrote. „Heute darf und soll gefeiert werden. Das haben sich die Kameraden verdient“, gab Bußkamp den Startschuss für einen Kameradschaftsabend „außer der Reihe“ ab. Und blickte bereits voraus: In Kleingruppen würden bald die Einweisungen am LF20 organisiert werden.Eine weitere wichtige Mission hatte Bußkamp schon am Mittwoch erfüllt. Er stattete parallel einem Ziegler-Werk bei Chemnitz einen Besuch ab, um letzte Details hinsichtlich eines zweiten LF20 für den Löschzug Südlohn zu besprechen. „Wir rechnen mit der Auslieferung Ende des Jahres“, sieht Schrote bereits den nächsten wichtigen Mosaikstein des Fahrzeugkonzepts. Zur offiziellen Segnung des Oedinger Fahrzeugs am 18. Oktober lade man schon jetzt die Bevölkerung – und ganz besonders den Nachwuchs – ein. „Dann kann sich jeder Interessierte einen Überblick verschaffen, wie modern wir mittlerweile aufgestellt sind und mit welch anspruchsvoller Technik wir arbeiten“, so Busskamp.

Quelle: Münsterlandzeitung

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