Tag der offenen Tür

Riesiges Interesse an Feuerwehrgerätehaus

Um die Wette strahlten geradezu die Aktiven des heimischen Löschzuges der Freiwilligen Feuerwehr mit der herrlichen Oktobersonne.

Es gab aber auch allen Grund dazu an diesem Sonntag: Zum Tag der offenen Tür des neuen Feuerwehrhauses am Woorteweg hatten sich offenbar ganze Völkerscharen auf den Weg ins Gewerbegebiet der Grenzgemeinde gemacht. Am Freitag war die offizielle Schlüsselübergabe gefeiert worden – bis zum Sonntag hatte die Wehr gleich noch zwei Einsätze zu bewerkstelligen.

Und das Ziel war schon von weit her zu sehen. Die Freunde von der Brandweer in Winterswijk hatten zu diesem Festtag nicht nur ihren gesamten Fahrzeugpark mitgebracht. Die Attraktion war zweifellos deren „Hoogwerker“ – wie er auf Feuerwehr-Niederländisch heißt. Bei uns heißt so ein Fahrzeug schnöde „Teleskopmast“ und gehört in die Gruppe der Hubrettungsfahrzeuge, wie Udo Bußkamp, der stellvertretende Wehrleiter, erläuterte. Jedenfalls war jener Hoogwerker den ganzen Tag über in Aktion, mit großen und kleinen Passagieren, die den ganzen Trubel und das schicke neue Feuerwehrhaus einmal von oben sehen wollten.

Jede Menge zu entdecken

Und zu sehen und zu entdecken gab es jede Menge. Günter Kastern und seine Kameraden vom Löschzug wurden nicht müde, Technik, Einrichtung und Abläufe zu erklären und zu zeigen. Und wer von den Besuchern eine Pause benötigte: Der große Schulungsraum im Obergeschoss war zur Cafeteria geworden. Unten in der Fahrzeughalle Ost sorgte derweil die Südlohner Musikkapelle für Stimmung – an dieser Stelle ein Anblick mit vermutlich bleibendem Seltenheitswert. Leistungsschau Rund um das neue Haus: quasi eine Leistungsschau des westmünsterländischen (und achterhoek’schen) Rettungswesens mit Fahrzeugen und Geräten der heimischen Feuerwehr, der benachbarten Wehren und des technischen Hilfswerks. Und eines wurde dabei ganz deutlich: Die Bürger der Grenzgemeinde sind stolz auf ihr neues Feuerwehrhaus. Das war allenthalben zu hören. Am Rande des Trubels rückte Bürgermeister Christian Vedder noch einmal die Dimensionen zurecht: „Natürlich haben wir viel Geld in die Hand genommen. Und wenn es einzelne Stimmen gibt, die diesen Neubau für übertrieben halten, kann ich nur sagen: Wir haben auch in die Zukunft investiert. Damit sind nicht nur Technik und Infrastruktur gemeint. Das gilt ganz besonders auch für den Nachwuchs für unsere Feuerwehr.“

Zwei Einsätze am Wochenende

Mitunter wird man von der Pflicht schneller eingeholt, als einem lieb sein kann. Da beglückwünschen am Freitagabend gegen 19.30 Uhr die Ehrengäste bei der offiziellen Einweihung des neuen Feuerwehrhauses den heimischen Löschzug noch zu seinem schönen neuen Domizil, geben unter anderem der Hoffnung Ausdruck, dass die Aktiven nicht so oft zu Einsätzen gerufen werden müssen. Und dann geht es auch schon zur Sache: Kaminbrand mit Gasalarm in der Raabestraße. Der erste Alarm kommt Freitagnacht um 23.53 Uhr, wie Einsatzleiter Christoph Kexel vor Ort berichtet. Man rückt mit einem Einsatzfahrzeug aus. Die Polizei ist auch zur Stelle. Dann stellt sich heraus: Alles ist offenbar halb so schlimm.

Samstagnachmittag sind die Aktiven dann mit den letzten Vorbereitungen zum Tag der offenen Tür beschäftigt. Aber auch das funktioniert nicht, ohne dass ein Alarm dazuwischen kommt: Gegen 15 Uhr muss ein Einsatzwagen raus. Auf der Winterswijker Straße in Höhe des Steakhauses El Paso hat es einen Motorradunfall gegeben. Dort sind Betriebsstoffe aus der Maschine auf die Straße gelaufen. Also tut Hilfe not. Dabei war es am frühen Freitagabend noch eine Einweihungsfeier der besonders fröhlichen und gelösten Art gewesen.

Viel Lob für die Wehrleute

Viele Gäste waren am Freitag gekommen: Die heimischen Vereine und Verbände hatten ihre Abordnungen geschickt, die Ratsfraktionen waren in voller Personalstärke zur Stelle, Kreis- und Landespolitik waren vertreten. Und von den Nachbarwehren waren die Blauröcke aus Burlo, Weseke, Vreden und Stadtlohn gekommen. Natürlich gratulierten auch die Freunde und Nachbarn von der Brandweer aus Winterswijk, an ihrer Spitze Winterswijks Bürgermeister Thijs van Beem, der dem heimischen Löschzug ein sehr schönes und professionelles neues Haus attestierte.

Viel Lob für das neue Domizil und für die engagierte Arbeit aller Beteiligten gab es von den vielen Festrednern des Abends. Stellvertretend genannt sei Bezirksbrandmeister Klaus Mönch: Der hatte die Glückwünsche des Regierungspräsidenten mitgebracht und zudem für die heimische Freiwillige Feuerwehr noch ein ganz dickes Lob parat: „Ihre Feuerwehr macht einen guten, qualifizierten und engagierten Job“, und an die Wehrführung gewandt: „Großen Dank! Sie haben eine fantastische Führungscrew, die genau weiß, was sie tut. Ich bin regelmäßig begeistert.“

Quelle: Beining, Münsterlandzeitung.de16

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